Das schrieb im Juli 2011 die 

Wellness-Oase für Bienen bei Reiskirchen

Blühstreifen-Projekt will Lebensräume für Insekten verbessern

Ein Frühstück ohne Honig ist in Deutschland genau so wenig vorstellbar wie die warme Jahreszeit ohne Bienen. Doch die fleißigen Honigsammler und ihre Artgenossen haben es schwer, denn das Nahrungsangebot in der Landschaft nimmt ständig ab. Sind Raps- und Lindenblüte einmal vorüber, sieht es karg aus für unsere Nützlinge. Dabei ist das Nahrungsangebot in den Sommermonaten und im Frühherbst besonders wichtig. Die Landwirtschaft kann durch den Anbau von Früchten mit besonderen Blüheffekten mithelfen oder zusätzliche Nahrungsquellen schaffen, in dem Landwirte auf Rest- oder Brachflächen Blühstreifen anlegen. Genau diesem Konzept hat sich Joachim Otto verschrieben, der in Buseck (?) einen Landwirtschaftsbetrieb bewirtschaftet und gleichzeitig ein Agrarhandelsgeschäft in Reiskirchen betreibt. “Landwirtschaft und Naturschutz gehören zusammen”, davon ist der betriebsame Landwirt und Ge-schäftsführer überzeugt. Dies hat ihn auch dazu veranlasst, am Projekt “Syngenta Bienenweide” teilzunehmen, das vom gleichnamigen Pflanzenschutz- und Saatgutun-ternehmen ins Leben gerufen wurde. Der Standort in der Nähe von Bersrod zählt zu einem bundesweiten Netzwerk aus rund zwanzig Versuchsflächen mit unterschiedli-chen Blühmischungen, die nun wissenschaftlich begleitet werden. Auf der hiesigen Fläche untersucht Jenja Kronenbitter vom Institut für Agrarökologie und Biodiversität in Mannheim die Unterschiede im Blühverhalten bis weit in den September hinein. Die getesteten Mischungen tragen so wohlklingende Namen wie etwa “Kultur Natur blüht auf“ oder “Visselhöveder Insektenparadies”. Kronenbitter kommt in regelmäßigen Ab-ständen nach Reiskirchen, um die Blühleistung zu bewerten. “Auf Basis der Ergebnisse unseres Projektes wollen wir einen Anbauleitfaden für Landwirte entwickeln”, erläutert die studierte Biologin. Solche Projekte seien gerade für die Landwirtschaft bedeutsam, weil viele landwirtschaftliche Kulturen ohne Insekten deutlich weniger Ertrag liefern würden. Wildinsekten seien nämlich als Bestäuber zahlreicher Kultur- und Wildpflanzen von großer Bedeutung. „Alles im Leben ist ein Geben und Nehmen, besonders in der Natur“, ist sich der Landwirt und Agrarhändler Otto sicher. Mit dem Anlegen von Bienenweiden will er seinen kleinen Beitrag leisten. Deshalb nimmt er bereits im zwei-ten Jahr am Blühstreifenprojekt teil. Außerdem haben ihm die bunten Farbtupfer in der Landschaft zahlreiche positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung eingebracht. „Mit nur einem kleinen Mehraufwand habe ich etwas für die Natur getan, Menschen erfreut und positive Imagewerbung für die Landwirtschaft betrieben – was will man mehr?“ Da kann man Joachim Otto nur zustimmen.